Im Jahre 1911 erbaute der Kunst-, und Handelsgärtner Ulrich Hinze, der Groflvater des heutigen Firmeninhabers Stefan Kaben, in Lübeck auf dem Landwege von Krempelsdorf nach Vorwerk einen kleinen Verkaufspavillon auf gepachteten Flächen. Der Pavillon stand an der Ecke der heutigen Friedhofsallee/Krempelsdorfer Allee, wo der Autobahn Zubringer und die Friedhofsallee beginnen. Der Firmengründer war zudem Zeitpunkt 23 Jahre alt.

1904 hatte der Senat der Hansestadt Lübeck beschlossen an der Stadtgrenze zu Stockelsdorf in der Gemarkung Vorwerk einen neuen Friedhof, den Vorwerker Friedhof, anzulegen. Der Burgtor Friedhof reichte als Bestattungsfläche nicht mehr aus und machte diesen Schritt erforderlich.

Am 12. Mai 1907 fand auf den neuen Vorwerker Friedhofsflächen die erste Bestattung statt. Die Friedhofsallee war zu diesem Zeitpunkt ein besserer Sandweg, jedoch fuhr etwas später bereits die elektrische Straßenbahn bis zum Tor II des Friedhofs und endete etwa dort, wo heute der öffentliche Parkplatz beginnt.

 

 

Auf gepachteten Flächen wurde anfänglich Gemüse herangezogen und etwas später die Produktion um Topf- und Schnittblumen erweitert. Im weiteren Verlauf wurde das Angebot um die Dienstleistung der Friedhofsgärtnerischen Arbeiten ergänzt und auf dem Friedhof die ersten Gräber angelegt. Langsam aber stetig ging es dann mit der Firma bergauf.


 

 

 


1925 wurde das erste Auto angeschafft, es war ein Opel ,,Kommisbrot" und war damit das erste Auto in der Friedhofallee und eines der ersten Autos überhaupt in Lübeck.


1930 konnte dann in der Friedhofsallee 132 das heutige Grundstück auf Erbpacht erworben werden. Es entstanden ein Wohnhaus, ein Verkaufgeschäft und Gewächshäuser aus Glas von ca. 200 m2, sowie entsprechende Produktionsflächen unter Niederglas (Mistbeetkästen).

 


 

1937 wurden erstmalig in Deutschland Prüfungen eingeführt für Gärtner und Floristen (damals Blumenbinder), die erstmalig den Titel eines Gärtnermeisters und eines Blumenbindemeisters hervorbrachten. Beide genannte Prüfungen legte der Firmengründer Ulrich Hinze 1937 erfolgreich ab und erreichte damit in beiden Spaten den Meistertitel. Er heiratete 1945 zum 2. Mal. Aus dieser langjährigen Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor, die Tochter Liselotte Hinze (später Kaben), sollte später die Firme in der 2. Generation fortführen.

Ulrich Hinze gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Fachgruppe Blumenbinderei und war Ehrenmitglied in der Fachgruppe der Floristen und im Gartenbau Nord. 1966 erfolgte der Erwerb des bisherigen Pachtgrundstücks Friedhofsallee 132. Zu dieser Zeit erlernte die Tochter Liselotte den Beruf der Blumenbinderin und heiratete 1966 den Hochbauingenieur Heiner Kaben. Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor. Dieser gab dann seinen Beruf als Architekt auf und erlernte den Beruf des Friedhofsgärtners. Anlässlich seines 60 jährigen Firmenjubiläums 1971 erfolgte dann die Übergabe der Firma an die Tochter und den Schwiegersohn.

 

Seit 1971 folgte die stetige  Erweiterung des Betriebes mit Bau von neuen Gewächshäusern und anderen Produktionsflächen. 1974 legte Heiner Kaben in Kiel erfolgreich die Prüfung zum Gärtnermeister ab und wurde 1978 Vorsitzender der Fachgruppe Friedhofsgärtner im Gartenbauverband Nord bis 1996. Heiner Kaben war Gründungsmitglied  der Friedhofsgärtner Lübeck eG.

Durch hervorragende Dienstleistungen erhielt die Firma seit 1975 bis heute den Titel "Anerkannter Fachbetrieb Friedhofsgärtner und Ausbildungsbetrieb für Floristen und Friedhofsgärtner".

Nach dem Ausbau der Friedhofsallee im Jahr 1978 in eine breite asphaltierte Straße, erfolgte ein zusätzlicher Grunderwerb des Grundstücks Friedhofsallee 134 und weiterer Flächen in der Friedhofsallee 148.

1979 wurde ein Neubau des Betriebsgebäudes mit Blumenfachgeschäft und großen Außenverkaufsflächen für Beet- und Balkonware auf dem Grundstück Friedhofsallee 134 vollzogen.


 

Am 1.10.2004 erfolgte die Übergabe des Gesamt-betriebes an die 3. Generation, an den Sohn Stefan Kaben, der den Beruf des Bankkaufmanns und den des Gärtner erlernt hat. Seitdem erfolgte die weitere starke Expansion des Betriebes im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus, der ständig weiter ausgebaut wird. Die Firma Hinze verfügt somit heute eine Gesamtfläche von ca. 1,2 ha und teilt sich in drei Firmenbereiche auf:

 


 

1. Friedhofsgärtnerische Dienstleistungen auf diversen Friedhöfen in Lübeck und Umgebung:

individuelle Grabgestaltung nach modernen Aspekten der Symbolik, fachgerechte Pflege von Grabstätten, Abschluss von Dauergrabpflegeverträgen, Beratung zur Bestattungsvorsorge, mehrfach ausgezeichnet mit Medaillen aus Bundes- und Internationalen Gartenschauen.

2. Floristik und Gartencenter:

moderne Floristik für jeden Anlass und mehrfach ausgezeichnet mit der Bestnote von 5 Sternen durch unabhängige Prüfungen der Fleuropzentrale, Produktion von Baumschulgehölzen, Verkauf von Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Gehölzen und einem breiten Angebot von Erden, Terrakotta, Düngern und diversen Geschenkartikeln.

 

3. Garten und Landschaftsbau:

alle denkbar möglichen Arbeiten im Bereich des Privatgartens, eines Firmengeländes oder von großen Mietobjekten, Neuanlagen, Gestaltung und Ausführung von Pflasterungen, Teichbau, Zaun- und Carportbau, Erdarbeiten, Pflanzungen, Winterdienst...

Zusammenfassend ist zu sagen, dass neben Glück und Strebsamkeit immer gute Mitarbeiter (zur Zeit sind ca. 23 Mitarbeiter beschäftigt) zum Unternehmen gehören. Diese haben wir immer in all den Jahren gehabt und machen letztendlich den Erfolg des Unternehmens Hinze aus, das weit über die Grenzen Lübecks hinaus in allen drei Firmenbereichen einen hervorragenden Ruf genießt und sehr bekannt ist.